Therapie · Nuklearmedizin

Radiojodtherapie der Schilddrüse

Die Radiojodtherapie nutzt die natürliche Fähigkeit der Schilddrüse, Jod aufzunehmen. Dadurch wirkt die Behandlung gezielt im aktiven Schilddrüsengewebe.

Gezielte Aufnahme von Radiojod in aktives Schilddrüsengewebe

Wann kommt sie infrage?

Bei gutartigen Schilddrüsenerkrankungen wird Radiojod vor allem zur Behandlung funktioneller Autonomie, bei Morbus Basedow und in ausgewählten Fällen einer vergrößerten Schilddrüse eingesetzt. Ob sie geeignet ist, hängt unter anderem von Diagnose, Schilddrüsengröße, Augenbeteiligung bei Morbus Basedow, Begleiterkrankungen und persönlichen Präferenzen ab.

Wie läuft die Behandlung ab?

Vor der Therapie werden Funktion und Größe der Schilddrüse sowie die Jodaufnahme beurteilt. Das Radiojod wird meist als Kapsel verabreicht. Es sammelt sich überwiegend in aktivem Schilddrüsengewebe und entfaltet dort über eine begrenzte Reichweite seine Wirkung. In Deutschland erfolgt die Behandlung aufgrund strahlenschutzrechtlicher Vorgaben stationär.

Wirkung braucht Zeit

Die Wirkung entwickelt sich über Wochen bis Monate. Deshalb sind anschließend regelmäßige Kontrollen erforderlich. Eine später auftretende Unterfunktion ist möglich und wird mit Schilddrüsenhormon behandelt.

Wann ist sie nicht geeignet?

In Schwangerschaft und Stillzeit darf keine Radiojodtherapie erfolgen. Kinderwunsch, jodhaltige Kontrastmittel, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und eine mögliche Augenbeteiligung bei Morbus Basedow müssen vorher besprochen werden. Die nuklearmedizinische Einrichtung gibt individuelle Hinweise zu Vorbereitung und Strahlenschutz nach der Behandlung.

Radiojod ist keine äußere Bestrahlung

Die Behandlung erfolgt nicht mit einem Gerät von außen. Das Jod wird von der Schilddrüse aufgenommen und wirkt gezielt im Gewebe. Deshalb verwenden wir auf dieser Seite den präziseren Begriff Radiojodtherapie.

Quellen und weiterführende Informationen