Therapie · Medikamente
Medikamente für die Schilddrüse
Schilddrüsenmedikamente erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Sie ersetzen fehlende Hormone, bremsen eine Überfunktion oder lindern vorübergehend einzelne Beschwerden.

Levothyroxin bei Unterfunktion
Levothyroxin (T4) ersetzt das Hormon, das die Schilddrüse nicht ausreichend bildet. Die passende Dosis richtet sich unter anderem nach Ursache und Ausmaß der Unterfunktion, Alter, Körpergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lebensphase. Die Einnahme sollte täglich auf möglichst gleiche Weise erfolgen; Abstände zu bestimmten Nahrungsmitteln und Präparaten können wichtig sein.
Kontrolle nach Dosisänderung
TSH reagiert verzögert. Nach Beginn oder einer Dosisänderung erfolgt die Laborkontrolle deshalb üblicherweise erst nach mehreren Wochen. Der genaue Zeitpunkt wird individuell festgelegt.
Thyreostatika bei Überfunktion
Thyreostatika wie Thiamazol oder Carbimazol hemmen die Bildung neuer Schilddrüsenhormone. Sie werden besonders bei Morbus Basedow eingesetzt und können auch vor einer definitiven Therapie notwendig sein. Die Behandlung erfordert regelmäßige Kontrollen von Schilddrüsenwerten und – abhängig von Situation und Beschwerden – weiteren Laborwerten.
Warnzeichen ernst nehmen
Bei Fieber, Halsschmerzen oder ausgeprägten Entzündungszeichen unter Thyreostatika muss wegen der seltenen, aber wichtigen Agranulozytose umgehend ärztlich Rücksprache gehalten und das Blutbild kontrolliert werden. Bei Gelbfärbung der Haut, dunklem Urin oder starkem Juckreiz ist ebenfalls eine rasche Abklärung erforderlich.
Besondere Situationen
Schwangerschaft, Kinderwunsch, höheres Lebensalter, Herzrhythmusstörungen und andere Medikamente beeinflussen die Auswahl und Dosierung. Auch Biotin, Eisen, Kalzium und manche Magensäureblocker können Laborwerte oder die Aufnahme von Levothyroxin beeinflussen. Bitte deshalb alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel angeben.
