Individuell entscheiden
Therapie von Schilddrüsenerkrankungen
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt nicht allein von der Diagnose ab. Entscheidend sind Beschwerden, Labor- und Ultraschallbefunde, Lebensphase, Begleiterkrankungen und Ihre persönlichen Wünsche.

Drei etablierte Behandlungswege
Je nach Erkrankung kommen Medikamente, eine Radiojodtherapie oder eine Operation infrage. Häufig ist zunächst eine medikamentöse Behandlung ausreichend. Bei anderen Befunden ist eine definitive Therapie sinnvoll, die krankhaft aktives oder verändertes Schilddrüsengewebe gezielt vermindert oder entfernt.
Medikamente
Schilddrüsenhormone ersetzen fehlende Hormone. Thyreostatika bremsen eine übermäßige Hormonproduktion.
Radiojodtherapie
Radioaktives Jod wirkt gezielt in aktivem Schilddrüsengewebe und wird vor allem bei autonomen Knoten oder Morbus Basedow eingesetzt.
Operation
Eine Operation kann bei verdächtigen oder großen Knoten, ausgeprägter Vergrößerung und bestimmten Überfunktionen angezeigt sein.
Gemeinsam abwägen
Keine Therapieform ist für alle Menschen gleichermaßen richtig. Nutzen, Risiken, Alternativen und die Folgen für spätere Kontrollen werden vor einer Entscheidung verständlich besprochen.
Kontrollen gehören zur Therapie
Dosierungen und Kontrollabstände richten sich nach Erkrankung und Behandlungsphase. Nach Radiojodtherapie oder Operation kann sich eine Unterfunktion entwickeln; sie lässt sich in der Regel zuverlässig mit Levothyroxin behandeln. Medikamente sollten nie eigenständig begonnen, verändert oder abgesetzt werden.
