Nahrungsergänzungsmittel vor einer schematischen Darstellung der Schilddrüse
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Schilddrüsenunterfunktion: Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Wer wegen einer Schilddrüsenunterfunktion L-Thyroxin einnimmt und weiterhin Beschwerden hat, findet im Internet zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel mit Versprechen für den „Schilddrüsenstoffwechsel“. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnt davor, solche Präparate ohne ärztliche Rücksprache einzunehmen. Für die beworbenen Wirkungen fehlt häufig ein Nachweis; einzelne Inhaltsstoffe können zudem problematisch sein.

Warum können Beschwerden trotz L-Thyroxin bestehen?

Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Gewichtszunahme können auch dann fortbestehen, wenn die Schilddrüsenwerte unauffällig sind. Das bedeutet nicht automatisch, dass mehr Schilddrüsenhormon benötigt wird. In der ärztlichen Sprechstunde lassen sich die Einnahme, mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln und andere Ursachen der Beschwerden prüfen. Die L-Thyroxin-Dosis sollte nicht eigenständig verändert werden.

Was ist von Präparaten für den „Schilddrüsenstoffwechsel“ zu halten?

Im Internet werden unter anderem Präparate mit Selen, Cholin oder Mariendistelextrakten beworben. Sie sollen angeblich die Umwandlung von Schilddrüsenhormonen unterstützen und anhaltende Beschwerden lindern. Für diesen Einsatz fehlt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie ein Wirksamkeitsnachweis. Bei einzelnen Inhaltsstoffen gibt es zudem Hinweise auf mögliche nachteilige Effekte. Ob ein bestimmter Nährstoff im Einzelfall ergänzt werden sollte, gehört in die ärztliche Besprechung.

Was tun, wenn die Beschwerden bleiben?

  • Beschwerden und bisherige Schilddrüsenwerte in der ärztlichen Sprechstunde besprechen.
  • Die Einnahme von L-Thyroxin und mögliche Wechselwirkungen prüfen lassen.
  • Alle eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel nennen.
  • Die L-Thyroxin-Dosis nicht eigenständig ändern und beworbene Präparate nicht auf Verdacht einnehmen.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie vom 11.08.2026 – Originalmitteilung lesen →

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